TO – Hayley und Jackson

Hayley und Jackson

 

 

 

Aus besonderen Anlass (Spoiler zu 3×10) widme ich heute mal einen eigenen Beitrag den beiden Turteltäubchen.

 

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Wenn jemand meine alten Reviews gelesen hat, der weiß, dass ich kein großer Jackson-Fan bin und auch keiner, der das Pairing Jackson und Hayley toll fand. Das liegt allerdings nicht daran, dass ich ein Elijah/Hayley Fan bin. Nein, sicherlich nicht, denn ich habe mir mit den beiden in Staffel 1 durchaus schwer getan und jubelte in Staffel 2, als Gia Elijahs Liebling wurde. 🙂

Auch heute macht mich Gias Tod noch traurig und ein bisschen wütend. 😉

 

Um meine Abneigung gegen das Paar Hayley und Jackson erklären zu können, muss ich ein wenig ausholen und tiefer bohren.

 

Ich denke an Staffel 1 von „The Originals“ zurück, damals als Hayley und Elijah zum ersten Mal aufeinandertrafen. Da saß auf der einen Seite dieses hübsche Werwolfmädchen, die dummerweise ungewollt schwanger war, die es nie leicht im Leben hatte, kaum gebildet war, arm und verlassen, auf der Suche nach der eigenen Familie, gerade mal 20 Jahre alt, ein bisschen wild und aufmüpfig, doch auch sehr verletzlich. Und dann war da Elijah, der tausend Jahre alte Urvampir, mächtig, klug, reich, kultiviert, nobel und mit einem riesigen Ehrenkodex ausgestattet.

Er war sofort ihr Beschützer, gab ihr die Hand und führte sie in das Haus seiner Familie. Gab ihr ein Dach über den Kopf, einen Platz, den sie Zuhause nennen konnte, umsorgte sie, respektierte sie und gab ihr das Gefühl Besonders, aber auch Wichtig zu sein.

Man verstand ihre Blicke, die zuerst erstaunt, dann aber sehr schnell anschmachtend in Richtung des attraktiven Vampirs gingen. Auch wenn die beiden so gar nichts gemeinsam hatten und man unweigerlich an ein „verliebt in den Lehrer“ denken musste, wenn sie wie eine junge Schülerin vor dem gepflegten Mann im Anzug stand.

 

Doch Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Und deshalb nahm man es auch hin, dass ihre Vernarrtheit in ihn erwidert wurde. Obwohl ich mich öfters fragte, was würde so ein Kerl wie Elijah mit so einem Teenie-Girl wie Hayley in einer Beziehung wohl anstellen? Mal vom Sex abgesehen. 😉

Aber vielleicht war es ja gerade ihre jugendliche Leichtigkeit, das Unangepasste, Freche an ihr, was ihn verzauberte.

Auf jeden Fall – auch wenn man kein Fan der beiden war – hatte dieses Pairing etwas.

 

Unvergessen ihre Ohrfeige, als er nach langer Abwesenheit wieder zurückkam oder die Szene im Swimming Pool, als er um ihr Leben, bzw. das Leben ihres ungeborenen Kindes kämpfte. Es gab so viele versteckte und sehnsüchtige Blicke der beiden, ein kurzes aneinander streichen, leichte Berührungen, die regelrecht auf der Haut brannten und immer wieder diese Blicke, gerade von ihr. Man spürte ihre Ungeduld und wie sehr sie ihn begehrte und wie er, als der ältere und klügere, sie auf Abstand hielt, weil sie ansonsten in Gefahr gewesen wäre.

 

Ganz langsam wurden die beiden 22 Folgen lang aufgebaut.

 

Und ja, auch Jackson erschien irgendwann auf der Rechnung. Der gutaussehende Werwolf, der in so vielen Dingen viel besser zu ihr passte und der auch noch aus alten Traditionen heraus für sie eigentlich als Ehemann schon ausgesucht war.

Es hätte spannend werden können, wenn Hayley Jackson früher getroffen hätte oder ihr Verliebt sein in Elijah nicht so offensichtlich gewesen wäre. Durchaus hätte man die beiden unterschiedlichen Männer als Konkurrenten aufbauen können und Hayley als jemand, die sich in beide verliebt und nun die Qual der Wahl hat. Doch das tat man nicht.

Jackson wurde eher wie ein Störenfried in die Geschichte eingeführt.

Man wollte als Zuschauer doch sehen wie es mit Hayley und Elijah weitergeht und empfand einen weiteren Mann, der um Hayleys Liebe buhlte einfach nur störend. Was wollte der Kerl? Er passte nicht und seine plötzliche Verliebtheit in eine Frau, die er gar nicht kannte, war etwas merkwürdig.

 

Und wieder nahmen einen die Schreiber nicht wirklich mit in diese Geschichte. Jackson blieb eine Randfigur. Die immer wieder auftauchte, schnulzige Liebesschwüre in Richtung Hayley hauchte und abermals verschwand. Man sah nur kurze Einblicke in sein Leben als Werwolf und als Anführer eines ganzen Clans.

Die Werwolfwelt blieb dem Zuschauer bedauerlicherweise fremd. Und dadurch auch das erwachte Interesse von Hayley an Jackson. Es gibt für mich nur eine Schlüsselszene, da verstand ich ihre Wahl. Sie sitzt an einem Lagerfeuer mitten im Sumpfgebiet umringt von jungen Männern und Frauen in Jeans und Shirts, trinkt Bier aus der Flasche, es wird gelacht und gescherzt und die Stimmung, die dort herrscht, erinnert wohl jeden an die eigene Teenie-Zeit mit wilden Partys. Elijah steht abseits, beobachtend, in seinem schicken Designer-Anzug und man fühlt als Zuschauer, dass nicht nur der Vampir weiß, dass Hayley besser zu den Leuten am Lagerfeuer passt, als zu ihm und in seine Welt.

 

Doch Hayley kehrt zurück zu ihm. Lebt schließlich wieder im Mikaelson-Haus und wird Teil der Familie. Und sie wirkt erwachsener, reifer und auch verliebter in Elijah. Jackson ist definitiv keine Konkurrenz.

 

Dann, am Ende der Staffel, bekommt sie ihr Kind und wird getötet. Wir sehen einen Elijah wie wir ihn noch nie gesehen haben. Er weint, ist verzweifelt, vor Kram gebeugt. Seine Worte zu Niklaus auf diesem Friedhof gehen ans Herz. Er würde fast nie jemand in sich hereinlassen, doch Hayley hätte er hereingelassen. Sie hätte er geliebt und zwar in einer Tiefe, die kaum vorstellbar war.

 

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Der Zuschauer weint mit und als Hayley als Hybrid zurückkehrt jubelt nicht nur Elijah. Plötzlich ist sie nicht mehr „the little wolf“, sondern ein unsterbliches und durchaus auch mächtiges Geschöpf. Und sie ist nun Mutter, kämpft für ihr Kind wie eine Löwin.

 

 

In Staffel 2 ist das erst einmal ihr Fokus, alles andere nicht mehr so wichtig. Auch das versteht man und es fühlt sich richtig an. Ihre Liebe zueinander verschwindet wohl nicht, doch die Prioritäten haben sich geändert. Zuerst kommt die kleine Hope.

 

Und dann die Wendung des Schicksals. Fast shakespearhaftig wird sie vor die Wahl gestellt. Um ihr Kind zu schützen muss sie Jackson heiraten und sich dadurch von Elijah trennen.

Großes Kino, großes Drama!

Auch ihre Wahl versteht man, natürlich … eine Mutter sollte sich nie gegen ihr Kind entscheiden. Auch das sie Jackson die Treue schwört und das auch bitterlich ernst nimmt und nicht mit dem Gedanken an eine geheime Liebesaffäre mit Elijah vor den Traualtar tritt, ist nachvollziehbar und tut der Figur und ihrem Charakter auch gut.

Wie die Prinzessin im Märchen ist auch Hayley in dieser Situation sehr ehrenvoll und nobel und gleicht damit auf überraschenderweise Elijah. Beide Figuren fügen sich in ihr Schicksal und zwar mit Würde und sehr viel Anstand.

 

Alles hätte so wundervoll tragisch sein können … tragisch, aber schön. Die Liebenden, die sich für den guten Zweck trennen und sich von nun an nur noch von Ferne lieben dürfen. Doch leider vergeigen die Schreiber an dieser Stelle alles und machen Hayley nicht nur unglaubhaft, sondern schon fast unsympathisch.

 

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Denn Hayley schwört Jackson nicht nur die Treue in der Hochzeitsnacht, sondern schenkt ihm auch ihre Liebe. Plötzlich mag sie ihn nicht nur, sondern liebt ihn und Elijah fällt ganz rational aus ihrem Kopf und ihrem Herzen. Sie will mit Jackson und Hope eine Familie gründen und alles andere ist vergessen. Sie fühlt sich nicht einmal mehr zu den Mikaelsons zugehörig, sondern vertritt nur noch die Belange der Werwölfe, die der Zuschauer – außer eins, zwei Ausnahmen – gar nicht kennt.

Auf einmal ist sie der Gegenspieler von Elijah. Begegnet ihm kühl, fast distanziert und sagt auch sehr deutlich, dass sie nun zu Jackson gehört und zwar nicht weil sie muss, sondern weil sie WILL!

 

Bei mir löste das nur Kopfschütteln aus. Was hatte Elijah ihr getan, dass sie ihn stellenweise wie einen Feind behandelt? Er ist weiterhin verliebt in sie und trauert ihr nach, doch sie ist längst weitergegangen. Ihre Liebe war wohl aus ihrer Sicht weder tief, noch ernst gemeint. Außer als Elijah irgendwann mit Gia anbandelt, da blitzt plötzlich Eifersucht in ihren Augen auf. Natürlich fragt man sich weshalb?

 

Ihre Gründe und ihre Gefühlswelt bleiben einem auch weiterhin verschlossen und die ständigen Liebesschwüre von Jackson geben dem ganzen nicht wirklich einen Flair von „epic love“. So wurschteln sich die beiden durch den Rest von Staffel 2. Jackson ist dabei weniger Anführer, sondern mehr Hayleys Anhängsel.

 

In Staffel 3 geht das Spiel weiter.

Jackson ist und bleibt eine Randfigur, die nur dann Sende- und Sprechzeit bekommt, wenn er zum gefühlten hundertsten Male Hayley seine Liebe gesteht.

 

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Es interessiert eigentlich niemand, ob die Werwölfe, die im Finale von Staffel 2 wieder verflucht wurden, nun Wölfe bleiben müssen oder erneut ihre menschliche Gestalt zurückbekommen. Alleine Hayleys Schicksal ist relevant.

 

Und nun in Folge 10 ist es nun soweit und Jackson, der zuvor noch einmal Hayley seine Liebe schwört, wird von den Feinden der Mikaelsons tatsächlich und unwiederbringlich getötet.

Hayley ist natürlich entsetzt und am Boden zerstört, während ich – bei aller Tragik – doch heimlich ein Jubeltänzchen im Kopf feiere.

Nie wieder endlose Liebesschwüre, tieftrauriger Dackelblick und nerviges, sinnloses Getue. Jackson, die Randfigur, der Störenfried ist nicht mehr und es fühlt sich befreiend an.

 

Vielleicht verschwinden nun ja auch die Werwölfe aus der Story und ganz ehrlich, ich würde sie nicht vermissen, da man sowieso keinen von ihnen mehr kennt.

 

RIP Jackson Kenner

 

Vielleicht kann der eine oder andere mich verstehen und weshalb ich der Figur Jackson so wenig Liebe und Verständnis entgegenbringe. 😉

 

10.02.16

 

 

 

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